Französische Zahlen weisen im Vergleich zu anderen romanischen Sprachen eine Besonderheit auf: Für 70, 80 sowie 90 gibt es keine eigenen Begriffe. Sie werden aus anderen Zahlen gebildet: 70 aus 60+10 (soixant-dix), 80 aus 4x20 (quatre-vingts) und 90 aus 4x20+10 (quatre-vingt-dix). Der Grund hierfür liegt in der mittelalterlichen Zählweise: damals wurde in zwanziger Schritten gezählt. Man sagte vint et dis für 30, deux vins für 40, trois vins für 60 und so weiter. Zum Ende des Mittelalters verschwand diese Zählweise, außer bei 70, 80 und 90. In Belgien und in der Schweiz sind septante für 70, octante (huitante in der Schweiz) für 80 und nonante für 90 üblich.
Dieses Phänomen ist jedoch nicht nur auf das Französische beschränkt. Unter anderem bauen Bretonisch, Walisisch, Dänisch und Baskisch, wenn auch in unterschiedlicher Ausprägung, auf dem Zahlensystem mit der Basis 20 auf. Wenn Sie sich mehr dafür interessieren, empfehlen wir Ihnen die Seite Number Systems of the World des Japaners TAKASUGI Shinji.